Soul Food

Blog-Events sind meine Sache nicht. Hier geht es ja sowieso eher ruhig zu, und Banner mag ich auch nicht tauschen…

Gramercy Tavern Gingerbread

Gramercy Tavern Gingerbread

Aber wenn Dorothée schon so lieb fragt, wollen wir mal eine Ausnahme machen. 😉 Zumal es um Soul Food geht, das passt gerade. Auch wenn der Winter bisher eher zwischen Herbst und Frühling pendelt – seelenwärmendes Essen passt zu Regenwetter sowieso besser als zu schneeweißer Winterlandschaft. Bleibt noch die Frage, was es geben soll. Zu ihrem dritten Blog-Geburtstag lädt sie ein, da bietet sich ein Geburtstagskuchen doch geradezu an. Bei ihr gibt es ja eher weniger Backwerk, weil die glutenfreie Bäckerei so eine Sache für sich ist. Und dieser Kuchen hier hatte sich sowieso gerade aufgedrängt und wollte unbedingt gebacken werden.

Weil ein Kuchen an sich zwar ganz nett ist, aber als Mitbringsel ein bisschen einsam, gibt es noch andere soulige Dinge dazu. Ungefragt, so bin ich. 😉

 

 

Soul Food Cake

Stout

Stout

Nachdem ein Eis aus Irish Stout und Brown Bread von den Icecreamists im Sommer schon seinen Eingang in meine Lieblingsrezepte gefunden hat, musste das Gramercy Tavern Gingerbread unbedingt ausprobiert werden. Das New Yorker Lokal Gramercy Tavern gehört zur Spitze der Stadt, und Claudia Fleming war dort lange Zeit für die Pâtisserie zuständig. Gingerbread ist eigentlich ein weihnachtliches Gebäck, aber bei mir geht sowas von Herbst bis Frühjahr immer… David Lebovitz, selbst großartiger Pâtissier, verehrt sie geradezu und hat in seinem Ready for Dessert ein Rezept für Stout & Gingerbread Cupcakes. Mit freundlichen Grüßen an Fleming.

 

Ingwer

Ingwer

Wie es so ist mit den amerikanischen Rezepten, muss man ein bisschen mit den Mengen spielen, inkl. der lästigen Cup-Umrechnung. Außerdem sind sie mir meist zu süß, weswegen ich die Zuckermenge deutlich reduziert habe. Von David kommt die Idee mit dem gehackten, kandierten Ingwer, von Claudia das Originalrezept, von mir die europäisierte Variante. 😉

 

 

 

 

Eine weitere Änderung betrifft noch das Fett. In den Originalrezepten wird Pflanzenöl genommen. Das mag ich gar nicht in Kuchen, deswegen habe ich es durch geklärte Butter ersetzt und auch die Menge etwas reduziert. Nachdem der Kuchen fertig ist, würde ich die Buttermenge jetzt evtl. sogar noch weiter zurück nehmen. Vielleicht auf 170–180 g. Falls es jemand probiert, bitte berichten!

Butter

Butter

Aufgekocht

Aufgekocht

Geklärt

Geklärt

 

Gramercy Tavern Gingerbread

Zutaten

Gramercy Tavern Gingerbread

Gramercy Tavern Gingerbread

  • 200 g Süßrahmbutter
  • 330 ml Stout
  • 240 ml Melasse
  • 2/3 TL Soda (Natron)
  • 330 g Mehl
  • 8 g Backpulver
  • 8 g Ingwer, gemahlen
  • 3 g Zimt, gemahlen
  • 1/3 TL Nelken, gemahlen
  • 1 Prise Muskatnuss
  • 2 Kapseln Kardamom, gemörsert
  • 2 g Salz
  • 4 Eier, groß
  • 120 g Muscovadozucker
  • 120 g Zucker
  • 50 g Ingwer, kandiert, gehackt

Zubereitung

1. Die Butter klären.
Das Bier mit der Melasse in einem hohen (!) Topf aufkochen und vom Herd nehmen.
Soda dazu geben und mit dem Schneebesen gut mischen. Abkühlen lassen, bis sich der Schaum gesetzt hat.
2. Mehl, Backpulver, Gewürze und Salz in einer Schüssel gut mischen.
3. Eine große Gugelhupfform buttern und bemehlen.
Den Backofen auf 180° vorheizen.
4. Die Eier mit den Zuckern schaumig schlagen.
Die Butter unterrühren. Anschließend das Bier untermischen.
Die Mehlmischung auf 3x unterziehen, nicht zu lange rühren.
Den Ingwer dazu geben und kurz mischen.
Teig

Teig

5. Den Teig in die Form füllen. Keine Panik, er ist sehr flüssig.
Auf der unteren Schiene 45-50 min backen, dabei den Ofen erst zum Schluss zum Nachschauen öffnen!
Heraus nehmen und 15 min abkühlen lassen. Stürzen. Vor dem Anschneiden komplett auskühlen lassen.

Originalrezepte

The Last Course: The Desserts of Gramercy Tavern (Claudia Fleming)
Ready for Dessert (David Lebovitz)

Rezept drucken

Quelle: Chris

 

Melasse mit Selbstportrait

Melasse mit Selbstportrait

 

Wer den Kuchen unbedingt ohne Stout machen will oder muss, kann wahrscheinlich die komplette Menge Stout + Melasse durch Malzbier ersetzen. Zumindest schmeckte die Mischung sehr ähnlich. Aber ohne Gewähr…
Melasse gibt es übrigens u.a. im Bioladen.

 

 

 

Das mit dem hohen Topf ernst nehmen – die Sache schäumt ordentlich, sobald das Soda dazu kommt:

Vorher

Vorher

Nachher 1

Nachher 1

Nachher 2

Nachher 2

Cappuccino mit Herz

Cappuccino, mit Liebe gemacht

 

Wenn es den Kuchen zum Frühstück gibt, passt ein Cappuccino sehr gut dazu. Natürlich mit Liebe gemacht!

Sonst ein Espresso, oder ein normaler Kaffee. Oder Tee. Oder Milch.

Oder – für besonders schwere Zeiten – siehe unten.

 

 

Apropos schwer: Der Kuchen hat es durchaus in sich. Zitat von Smitten Kitchen:

This is dark and sticky and chewy and heavy and spicy […] this is no Starbucks gingerbread loaf. It is not mild or docile in any way; this is for that family member who loves old-school, intense gingerbread cakes and complains that they don’t make them like they use to.

Genau das. Schwer, dunkel, würzig, mit der Konsistenz eines Brownies zwischen Kuchen und Toffee. 😀 Wer mag, kann ihn noch mit Puderzucker bestreuen, oder wie David, mit einer Limettenglasur versehen. Ich habe ihn so gelassen wie er ist. Nur eines noch: Nicht alles am selben Tag aufessen, er wird mit der Zeit noch besser!

Film dazu

Soul Kitchen (Link enthält u.a. die Handlung…), was sonst? Die Musik passt zum Thema, und der Film ist immer wieder schön. Wer ihn noch nicht kennt, sofort anschauen! Wer ihn schon kennt, gerne nochmal.

Wobei, eigentlich war das zu einfach. Der Film drängt sich ja quasi auf, wenn es um Soul und Essen geht. Deswegen noch ein zweiter Tipp, der in meiner Hitliste der „Filme ums Essen“ auch ganz oben steht: Zimt und Koriander. Eigentlich noch viel seelenwärmender als Soul Kitchen. Die Szenen mit Großvater im Laden alleine!

Musik dazu

Wir widerstehen jetzt gemeinsam der Versuchung, einfach den Soundtrack von Soul Kitchen anzuhören. Lieber den Film anschauen und noch andere Musik hören. Am einfachsten wäre natürlich Soul, sagt ja schon der Name. Aber vorher werfe ich lieber noch das Album Save my Soul von Big Bad Voodoo Daddy ein. Eine amerikanische Swing Combo, die Big Band vom feinsten macht. Und immer mit einem Augenzwinkern. Naja, eigentlich mit einem schallenden Lachen… Hier und hier reinhören!

Und dann doch noch etwas Soul. Einmal Marvin Gaye und einmal die Commitments.

Buch dazu

Soul Music! Ok, Terry Pratchett mag man – oder eben nicht. Aber wenn, und wenn das eigene Englisch ausreicht, dann bitte auch im Original lesen. Die deutsche Übersetzung ist zwar ok, aber er spielt einfach zuviel mit der Sprache, als dass man das wirklich angemessen übersetzen könnte…

Dieser Roman hat alles, was die Scheibenwelt so liebenswert macht – Verweise auf die moderne Pop-Kultur, die gesammelte Verrücktheit der Bewohner von Ankh-Morpork, und Tod. Hier das erste Mal mit seiner Enkelin. Und einer Band namens „The Band with Rocks In“ mit ihrem Leader „Imp Y Celyn (Bud of Holly)“, die auf „The largest concert of all time“ spielen. Und, erwähnte ich es bereits, Tod! 😀

Drink dazu

Hm, ok, vielleicht nicht ZUM Kuchen. Da passt der Kaffee wohl besser. 😉 Aber zum Seele wärmen an regnerischen Abenden. Vor kurzem bei HighFoodality entdeckt und für ausgezeichnet befunden: Monaco Friar. Für ein Foto, siehe dort. Old Fashioned (in der altmodischen Zubereitung ohne Brimborium, dazu vielleicht ein ander‘ Mal etwas) mag ich gerne. Mit Rauch, der leichten Kräutersüße vom Bénédictine, und dem Zitrusaroma macht sich dieser hier wirklich gut.

Das Rezept habe ich etwas abgewandelt, 60 ml Whisky sind schon eine Hausnummer. Außerdem sind Orange Bitters statt Aromatic (Angostura) Bitters eine sehr spannende Variante.

Monaco Friar

Zutaten

  • 40 ml Whisky, Scotch
  • 10 ml Bénédictine
  • 3 Spritzer Orangenbitter
  • 1 Zeste Zitronenschale

Zubereitung

Whisky, Bénédictine und Bitter im Tumbler auf Eis kalt rühren.
Mit der Zitronenschale abspritzen und sie ins Glas geben.

Notizen

Mein Tipp für den Whisky: Laphroig Quarter Cask

Rezept drucken

Quelle: Chris, ursprünglich von Anthony Schmidt

Sodann bleibt mir nur noch, viel Spaß mit dem Soul Food und alles Gute zum Blog-Geburtstag zu wünschen!

3 Jahre Bushcooks Kitchen - Blog-Event Winter-Soulfood

1 Kommentar zu Soul Food

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